Was finde ich, wenn ich auf deine Über-mich-Seite klicke? Eine Bewerbungsmappe oder echte Worte über dich? Einen reinen Ego-Text oder finde ich auch was über deine Kunden? Worthülsen oder wahre Storys dahinter, die mich bewegen?

Ja, die Über-mich-Seite ist so eine Sache für sich. Und sie ist deine Sache. Sie zeigt dich – hoffentlich. Nicht als Pressemitteilung, ohne Gesicht oder als Textwüste. …um hier schon mal einige Fails von Über-mich-Texten ins Spiel zu bringen, die dir Leserinnen vergraulen … Alle Neune findest du in diesem Beitrag und du erfährst auch, warum du diese Fehler vermeiden solltest, wenn du deinen Über-mich-Text schreibst.

 

Über-mich-Seite - Diese 9 Fehler vermeiden

 

 

Was Interessentinnen oder Kunden auf Über-mich-Seiten eigentlich suchen

Ich weiß nicht, wie du das machst, aber ich lande meistens sehr schnell auf der About-me-Seite. Ich will ja wissen, mit wem ich es eventuell zu tun habe. Wo und bei wem bin ich hier eigentlich gelandet?

Menschen kaufen von Menschen. Ob das SEO-Expertinnen oder Yoga-Lehrer sind. Ob das persönliche Dienstleistungen oder „nur“ digitale Produkte sind. Wer wirklich dahinter steckt, ist einfach interessant, weil wir soziale Bindungstierchen sind. Außerdem checken wir gerne, ob unser erster Eindruck stimmt. Und automatisch schauen wir auf dieser Seite auch nach Spuren von Glaubwürdigkeit und Authentizität. Kommt der Mensch vertrauenswürdig rüber?

Ausgestattet mit einer Menge Neugier und Fragen klicken wir recht fix auf die Über-mich-Seite. … und manchmal sind wir dann enttäuscht, weil wir da nicht das finden, was wir suchen: den Mensch.

Leider werden viele About-me-Seiten sehr stiefmütterlich behandelt – aus Unwissenheit oder weil sich Menschen verstecken wollen. Beides blöd.

Erkenne ich dich auf deiner persönlichen Seite?

Oder machst du diese Fehler?

 

 

Alle Neune … Fehler, die du auf deiner „Über mich“ Seite wirklich vermeiden solltest

#mitaugenzwinkerngeschrieben

 

1) Die Seite ist nur über dich

Finde ich auf deiner About-Seite zwölf-tausendmal das Wort ICH? Dann redest du sehr viel oder vielleicht nur von dir. Klar, die Seite heißt ja auch so, aber zu viel Ego-Nummer ist zu viel. Wo sind unsere gemeinsamen Punkte?

Nimm mich mit in deine Welt, z. B. durch Fragen oder in Storys deiner Arbeit. Und da kommen sicher auch ich oder andere als deine potenziellen Kundinnen vor.

 

 

2) Dauernd einen Spiegel vor dem Gesicht … will ich nicht

Das Gegenteil von eben. Du schreibst nur über deine Zielgruppe. Du erklärst mir deine Persona oder deinen Kunden-Avatar. Toll. Kannst für deine interne Kommunikation super nutzen. Und ja, ich weiß, viele Expertinnen sagen, dass es auf dieser Webseite nur um deine Kunden gehen soll – die Über-mich-Seite eigentlich eine Über-Dich-Seite ist. Ich teile das nicht, weil meine Erwartung beim Klick eine andere ist: Bei wem bin ich hier gelandet? Wer ist der Mensch? In den Spiegel kann ich allein gucken.

Mein Tipp für 1) und 2): Mach eine gute Mischung aus ICH und DU – dann erkenne ich, ob ich als Mensch bei dir richtig bin und du der richtige Mensch für mich bist.

 

 

3) Ich finde eine Pressemitteilung

Hast du schon mal Über-mich-Seiten gesehen und danach den echten Menschen getroffen? Hast du ihn oder sie erkannt? Wenn nicht, dann war die Seite wahrscheinlich im Stil einer Pressemitteilung verfasst – unpersönlich, gestelzt und hölzern. Dazu austauschbar und unverständlich.

Schreibe wie ein Mensch für einen Mensch. Bring deine persönliche Note rein (Ich weiß, unser persönlicher Schreibstil ist oft durch offizielle Abschlussarbeiten „versaut“. Schreibe für Menschen und nicht für die Prüfer.)

 

 

4) Wie siehst du eigentlich aus? Ach, gar nicht

In Pressemitteilungen finde ich sie auch nicht … Fotos. Oder manchmal sind sie aus den 80ern. Herrje, sind mir da schon Schauer über den Rücken gelaufen. Ein Bild sagt mehr als tausend Worte. Und viele Bilder sprechen Bände. Mit einem Bild transportierst du mehr als nur dein Gesicht. Und eine Über-mich-Seite ohne Foto ist wie ein Video-Call ohne Kamera. Da kann ich das auch gleich lassen.

Deswegen sollte es auf deiner About-me-Seite unbedingt welche geben – sichtbar platziert, zu deinem Business passend und DU in natürlich.

 

 

5) Was kannst du eigentlich?

Nach dem Besuch deiner Seite bin ich immer noch nicht schlauer, ob ich dir vertrauen kann. Dann weiß ich immer noch nicht, wo deine Expertise ist. Und da ich nicht orakeln kann, solltest du sie in deinen Über-mich-Texten formulieren. Verständlich natürlich und ohne Einheitsbrei.

Schreibe über das, was du (besonders) kannst und wo das herkommt. Erzähle über die Erfolge deiner Kundinnen. Bring Zahlen rein. Ob du dazu Storytelling nutzt oder einen Aufzählungs-Block nimmst … deine Besucher müssen das Finden und Verstehen.

 

Mit mir reden? Melde dich gern!

 

 

6) Oh mein Gott … eine Bewerbungsmappe

Nein, dein Lebenslauf interessiert wirklich niemanden. Chronologisch schon gar nicht. Deinen Lebenslauf will ich mir auch nicht downloaden können. Was soll ich damit?

Bringe nur die Stationen und Erfahrungen aus deinem (Berufs)Leben rein, die wirklich (!) für deine Angebote und deine Zielgruppe relevant sind. Das sind meistens nur die, die deine Expertise zeigen.

 

 

7) Du bist also nur ZDF?

Nur dich und deine Erfahrungen in Zahlen, Daten und Fakten präsentiert, ist ziemlich langweilig und lässt viele Besucherinnen kalt. Das geht doch auch spannender! Und nebenbei bemerkt: ZDF ist meistens unpersönlich und komplizierte (Fach)Sprache. Wenn ich deinen Uni-Abschluss erst mal Googeln muss …

Deiner Über-mich-Seite stehen Storys ausgezeichnet. Du hast doch auch schon mal was erlebt, dich gefreut oder gezittert. Also Emotionen gehabt … Bringe diese auch unter – neben ZDF.

 

 

8) Worthülsen aka eine Meine-Werte-Aufzählung

Schön, dass du Werte hast. Ist wichtig. Ja und auch schön, wenn ich die erkenne, denn dann weiß ich, ob ich bei dir menschlich richtig bin, doch … Lass die unsinnige Aufzählung deiner Werte. Das sind Worthülsen. Sicher verstehen wir beide was anderes unter „Selbstbestimmung“ oder „Respekt“. Was heißt für dich zum Beispiel „ein respektvoller Umgang“?

Sei präzise und klar. Beschreibe, was dich antreibt und triggert – mit Storys zum Beispiel. Als Leserin deiner Seite will ich deine Werte erleben können. Worthülsen finde ich bei Großunternehmen genug.

Und das Worthülsen-Ding gilt auch sonst. Ich sage nur: Kundenorientierung und erstklassiger Service … Hilfe, ich bin weg. Genauso wie bei anderem – leider üblichen – Marketing-Blabla.

 

 

9) Hilfe … Textwüsten

Last but not least … Eine Webseite, die aus Textwüsten besteht, klicke ich sofort wieder weg. Wenn ich den Zeilenumbruch mit der Lupe suchen muss und mein Auge dabei vertrocknet, dann bin ich schnell von deinen Worten „erschlagen“. Textwüsten sind für deine Leser anstrengend. Was anstrengend und freiwillig ist, vermeiden Menschen gerne. Und zack sind sie weg. Vielleicht komplett von deiner Webseite verschwunden.

Setze deine Über-mich-Worte richtig in Szene. Zeilenumbrüche, Überschriften, farbliche Blöcke, Fotos oder Grafiken helfen dir dabei.

 

 

Mach deine Über-mich-Seite grandios!

Ich hoffe, du vermeidest diese Augenzwinker-Fails, damit dir diese viel besuchte Webseite ordentlich Kundschaft bringt.

Und höre ich dich gerade denken: ‚Ob sie wohl eine Vorlage hat‘?

Habe ich nicht, denn das ist der nächste große Fehler ohne Augenzwinkern: Du bist Du und Andere sind Andere. Leider finde ich auf vielen About-me-Seiten ähnliche Templates. Oben dies, dann das und zum Schluss das. Keine Individualität. Nichts, was mich überrascht und so auch in Erinnerung bleibt. Sicher gibt es ein paar Standards und psychologisch heiße Tipps, doch das „Wie genau deine Über-mich-Seite grandios wird“, ist immer noch abhängig von dir und deinem Business.

Außerdem … Teste. Verändere. Feile. Die Webseite muss nicht bis 2035 halten. Ach, das ist noch so ein Fehler … Menschen verändern sich. Und das sollten deine Über-mich-Worte auch.

 

Und übrigens:

Aus meinen Statistiken und denen meiner Kunden weiß ich, dass die Aufrufe nun nicht sooo mega sind. Wir überschätzen das manchmal. Und ich glaube, das liegt an dem Ding zwischen unseren Ohren. Da stecken wir so viel Energie, Zeit und Hirnschmalz rein, weil wir ja was über uns preisgeben. Und das ist gar nicht so leicht – wie so vieles im Selbstmarketing und beim Personal Branding (um hier auch mal mit Worthülsen zu glänzen). Ich glaube, du weißt, was ich meine … Selbstvertrauen, Souveränität und das in aller Öffentlichkeit. Da bekommt so eine Seite für einen selbst schon echt Gewicht.

 

 

Wie geht’s und was machst du jetzt?

Stell dir einfach vor, du triffst deine Lieblingskunden …

  • Wie würdest du ins Gespräch kommen und dich präsentieren?
  • Was würdest du von dir erzählen?
  • Welchen Eindruck und welches Gefühl willst du hinterlassen?
  • Was sollten sie unbedingt von dir wissen?
  • Welche Fragen würdest du deinen Traumkundinnen beantworten?
  • … und wo holst du sie ab?

Und dann schreib einfach erst mal drauf los – wie bei einem angenehmen und interessanten Gespräch. An deinen Über-mich-Texten zu feilen, kommt im nächsten Schritt. Und das wiederholt sich. Nach 10 Jahren Selbstständigkeit habe ich schon unzählige Versionen …

 

 

Deine Über-mich-Seite könnte mal wieder einen frischen Anstrich gebrauchen und du schiebst das schon lange vor dir her? Vielleicht fehlt dir auch deine persönliche Note oder du haderst mit deinem Schreibstil? Oder du brauchst einfach nur mal Feedback?

Dann melde dich doch gerne bei mir.

Alles Liebe, Bianca

 

Bild: depositphotos.comsmartmockups.com

 

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