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Eine schicke Präsi und „wie argumentiere ich richtig“, also Rhetorik allein hilft dir nicht allein, um Andere von deinen Ideen zu überzeugen – stark mit Worten zu sein. Also vor allem auch stark. In meiner Arbeit merke ich das auch immer wieder. In erster Linie kommen Menschen, die rhetorisches Handwerkszeug wollen, doch das will ja auch auf den Präsentierteller gebracht werden. Und daran hakt es dann meistens. Es braucht nämlich mehr… Persönlichkeit, Liebe zu Menschen und vor allem innere Stärke – eine starke innere Bühne. Und darum geht es jetzt hier, damit du weißt, wie du deine innere Bühne stärkst, um stark aufzutreten.

 

Wie du innere Stärke für einen starken Auftritt gewinnst

 

Wie du innere Stärke für einen starken Auftritt gewinnst

 

…da ist diese Stimme im Kopf

Fangen wir bei der inneren Stärke an …und bei Gabi. Gabi ist eine ehemalige Kundin von mir. Sie ist jetzt knapp über 50 und hat schon so einiges in ihrem beruflichen Leben gerockt. Ihre Spezialgebiete sind Finanzen und Wirtschaft. Ich sag mal ganz salopp: Sie ist ein hohes Tier in ihrer Branche. In Gabis erster Mail an mich stand: „Ich habe eine Anfrage für eine Moderation eines Panels auf einem internationalen Kongress. Ich hätte große Lust darauf, weiß jetzt aber nicht, ob ich wirklich zusagen soll (Ich habe das nämlich noch nie in der Form gemacht).“ Und sie fragte an, wenn ja, ob ich sie, wenn dann bei der Vorbereitung unterstützen kann.

Mhmm, dachte ich. Wie hat es diese Frau geschafft ein hohes Tier in der Finanz- und Wirtschaftswelt zu werden? Eins scheint Gabi doch zu können: Reden.

Ich sprach dann mal mit Gabi. Sie konnte wirklich gut Reden und Moderieren gehörte quasi mit zu ihrem Tagesgeschäft. In einem Nebensatz sagte Gabi etwas ganz Bemerkenswertes: „Ich weiß gar nicht, warum die eigentlich mich gefragt haben.“ Nachdem ich von ihr wissen wollte, ob es denn Bessere für diese Moderation gäbe, schmunzelt sie ein wenig schüchtern und sagte: „Ich glaub, ich bin da schon die Richtige. … Aber… da ist diese Stimme in meinem Kopf…“

Gabi hatte also kein rhetorisches Problem. Gabi hatte etwas in ihrem Kopf. Eine Stimme, die ihr zuflüsterte: Was, wenn du das versemmelst? Was, wenn du doch nicht so gut bist, wie alle denken? Was, wenn dann alle merken, dass du es gar nicht drauf hast? Und diese Stimme machte sie total unsicher und raubte ihr die innere Stärke überhaupt erstmal zuzusagen.

Kennst du das, wenn etwas in dir sagt: ‚Ok, theoretisch kann ich das. Aber … oh mein Gott, doch nicht ich?‘

 

 

Wer ist eigentlich dieser Angstgegner?

Laut einer internationalen Statistik haben 40 Prozent aller Menschen Angst vor den Momenten auf dem Präsentierteller. 4 Prozent übrigens nur vor Rolltreppen. Dabei passiert sicher mehr auf Rolltreppen, als beim Präsentieren.

Wie oft halten wir deswegen keinen Vortrag oder präsentieren das, was wir machen vor Anderen, so auf der Bühne, nur weil diese innere Stimme uns so blödes Zeug zuflüstert… und uns Schiss macht… Schiss wovor eigentlich?

Gabi fragte sich das auch. Reden konnte sie und fachlich war sie super. Das wusste sie auch. Aber etwas verunsicherte sie – machte ihr Angst und machte für diese Situation aus ihrer inneren Stärke einen Wackelpudding.

Als Fußballfan fällt mir dazu folgendes ein… Halbfinale der EM 2012. Deutschland gegen Italien. Ja Italien – damals unser Angstgegner. Und dieser Angstgegner schoss Deutschland aus dem Turnier. Besser gesagt nur Einer aus der Italien-Elf: Mario Balotteli. Während dieser Spieler an diesem Tag das Spiel seines Lebens machte, machten sich die deutschen Jungs rund um Poldi, Schweini und Co. sich in die Hose. Wahrscheinlich schon vorher, denn da schwebte immer wieder dieser Angstgegner Italien durch die Medien, die Fußballlandschaft und die Luft.

Was für eine starke Wirkung das haben kann. Innere Stärke gewinnst du so jedoch nicht. Im Gegenteil: Das zieht Energie, Selbstvertrauen und den Spaß an der Sache. Dann kannst du deine Stärken nicht ausspielen. Meist unbegründet: Die deutsche Elf hätte Italien besiegen können – theoretisch.

Angst sorgt dafür, dass wir uns selbst im Weg stehen. Angst ist sehr talentiert darin, uns zu verunsichern. Und wir lassen uns das oft gefallen. Wir geben dieser Stimme Raum und lassen dann andere die Tore schießen, Vorträge halten oder Panels moderieren.

So ähnlich wie die deutschen Fußballer fühlte sich Gabi. Sie hatte alles, was sie brauchte – fachlich, rhetorisch. Doch da war der „Angstgegner“ nämlich die Stimme in ihrem Kopf, die immer lauter wurde und ihr einreden wollte, dass sie nicht gut genug ist und vielleicht versagen könnte … und so ein Mist!

 

 

Mach es der Angst nicht so leicht!

Ich kann dir deine Unsicherheit auch nicht nehmen, aber ich rate dir, sie nicht zu bekämpfen. Denn sie gehört zu uns. Angst ist wie ein Familienmitglied. Es ist aber das Familienmitglied, das Neues oder Präsentierteller total doof findet.

Die ist wie streng konservative Eltern. Wenn du denen sagst, dass du dich jetzt mal selbständig machst mit Medien, Bloggen oder so. Dann fangen die an rum zu nörgeln (Kind du brauchst doch ein sicheres Einkommen und so). Die meinen es eigentlich nur gut. Doch das kann einen erst recht ganz schön verunsichern – vor allem, wenn man dieser Stimme auch noch Raum gibt. Die Angst will dann ihren Dickschädel durchsetzen und nörgelt und nörgelt und… Das Ding ist aber: Sie ist nur EINE Stimme in unserem Kopf.

Ich habe übrigens auch so eine. Doch statt sie zu bekämpfen, höre ich ihr ganz kurz zu. Und wenn ich ihr genau hinhöre, dann erzählt sie mir, dass sie nicht will, dass ich mich blamiere, dass mich keiner mag oder mir ein Fehler passiert.

Das ist doch spannend und gleichzeitig völlig verrückt!!! Diese Stimme in meinem, in Gabis und vielleicht auch in deinem Kopf… Diese Stimme will uns eigentlich nur beschützen. Die meint es eigentlich gut mit uns. Eigentlich… Was also tun – mit diesem Familienmitglied?

 

 

Innere Stärke gewinnen

Rede mit ihm, also gehe in ein inneres Gespräch und finde heraus, was es konkret ist – dieses komische Gefühl, diese Unsicherheit auf den Präsentierteller zu springen und zu sagen: Es ist okay hier oben – oder so.

Ich hole in meinen Gesprächen immer noch ein anderes Familienmitglied – eine andere Stimme dazu. Nämlich die innere Stärke, die wahrscheinlich auch Mario Balotteli in sich hatte – spätestens als er Deutschland ins Aus geschossen hatte. Diese Stimme strotzt vor Selbstvertrauen. Die sagt dann nämlich, dass ich das schaffen kann, dass es okay ist, wenn ich es nicht jedem recht machen kann und dass Präsentierteller nichts Schlimmes sind.

Und wie in jeder normalen Kommunikation – wenn sich jeder ernst genommen fühlt, jeder mal was sagen kann, dann entsteht Energie – gute Energie, die Selbstvertrauen gibt und die deine innere Bühne stärkt.

Auch Gabi hat so ein Gespräch mit sich geführt. Raus kam sie mit der Erkenntnis, dass die Angst nur eine (!) Stimme in ihrem Kopf ist, die es gut mit ihr meint, der sie aber nicht so viel Raum geben braucht – maximal 90 Minuten – ohne Verlängerung und Elfmeterschießen! Sie hat diese Stimme in ihrem Kopf dann leiser gedreht und ihrer inneren Stärke zugehört: Starke Worte brauchen mehr Stärke als Worte.

Gabi sagte auch, dass es ihr gut getan hat, mit jemandem darüber zu sprechen. Jetzt brauchst du dafür nicht unbedingt eine Rhetoriktante wie mich, schau dich bei deinen Freunden, Kolleginnen oder in der Nachbarschaft um. Vielen geht es so ähnlich. Allein diese Angst auszusprechen tut gut. …und sicher werden die Andere bestärken, es doch zu versuchen. Damit stärkst du dich und gewinnst Selbstvertrauen.

Übrigens hat Gabi zugesagt und hatte bei ihrer Moderation ein Foto von Mario Balotteli in der Hosentasche. Darauf stand: Starke Worte brauchen mehr Stärke als Worte. Jetzt steht das Bild auf ihrem Schreibtisch – eingerahmt.

 

 

Starke innere Bühne – Starker Auftritt

Wenn du auf deiner inneren Bühne stark bist, dann brauchst du eigentlich kein Präsentationstraining. Wenn du dich stark fühlst und voller Selbstvertrauen bist, dann gehst du auch auf eine Bühne und dann findest du auch ganz allein die richtigen Worte. Dann bist du stark mit Worten. Und dann wirkst du auch außen – auf Andere stark, selbstbewusst und sicher. Deine Körpersprache spricht Bände.

Apropos Körpersprache

Wenn das jetzt mal nicht so klappt, diese nörgelnde Stimme in deinem Kopf abzustellen, dann hilft es dir, wenn du dich eine Weile genauso hinstellst, wie Mario Balotteli, Superwoman oder Chuck Norris. Dann passiert nämlich etwas in deinem Gehirn. Keine Panik! Etwas Gutes. Dein Gehirn denkt dann nämlich, dass du voller Selbstvertrauen bist – allein, weil du dich so hinstellst. Weil du die Muskelpartien anspannst, die normalerweise angespannt sind, wenn du dich stark und sicher fühlst. Auch wenn du nur so stehst, stärkt dich das genauso wie echtes Handeln, Fühlen oder Erleben. Unser Gehirn macht da keinen Unterschied. Es merkt nicht, ob du jetzt wirklich stark bist. Du wirst dich aber stark fühlen. So schlau ist unser Gehirn dann doch nicht.

 

 

Starke Worte wählen

Worin unser Gehirn jedoch sehr schlau ist und was es ganz automatisch macht… Es gibt den Worten, die wir nutzen immer gleich eine Bedeutung. Wenn du mit dir selbst sprichst, werden bei jedem Wort in deinem Gehirn automatisch bestimmte Emotionen, Gerüche, Geräusche und vieles mehr aktiviert. Die können positiv und stärkend sein, aber auch zittern und Widerwille verursachen. In der kognitiven Wissenschaft wird das „Frame“ genannt. Das Wort „Steuererklärung“ ist bei mir absolut negativ geframt und macht mir echt keine guten Gefühle. Das Wort „Meer“ dagegen… Hach schön.

Es macht deswegen einen Unterschied, ob du zu dir sagst: ‚Du blöde Kuh das schaffst du nie‘ oder ‚Liebelein lass uns das versuchen‘. Es macht einen Unterschied, ob du etwas präsentieren MUSST oder etwas präsentieren KANNST. Nur du wählst deine Worte, also wähle – auch wenn du mit dir selbst sprichst – stärkende Worte – eine positive und bejahende Sprache. Die „blöde Kuh“ oder ein „muss“ sind eher nicht geeignet. Forme die Worte deiner inneren Stimme um. Achte auf die Worte, die du wählst. Immer! Nur starke Worte geben dir auch innere Stärke und machen den Angstgegner klein.

 

Alles Liebe beim Stärken deiner inneren Bühne

Bianca

 

 

Tschüss Nervosität: Wie du ohne zitternde Knie auf dem Präsentierteller (be)stehst.Nervosität ist dein Angstgegner? Tschüss Nervosität: Wie du ohne zitternde Knie auf dem Präsentierteller (be)stehst. Auch gegen Nervosität kannst du dich rüsten. Wie wäre es, wenn zitternde Knie, Herzklopfen und Schweißausbrüche dir das Leben auf dem Präsentierteller und die Nächte davor nicht mehr zu schaffen machen? In diesem Rhetorik – Hack bekommst du alles, damit dir das gelingt.

 

 

 

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Bianca Grünert

Hallo, ich bin Bianca Grünert und ich mache Menschen fürs Präsentieren 4.0 und die Momente auf dem Präsentierteller oder vor der Kamera fit, damit sie sicher und überzeugend auftreten. Außerdem rede ich selbst gern ...auf Veranstaltungen und Festen.
Bianca Grünert