„Du wirkst so souverän“, höre ich oft. Puh. Bin ich gar nicht immer. Das gibt es Momente, in denen ich mich ganz klein fühle. Wahrscheinlich hast du so etwas auch schon mal erlebt – vielleicht auch andersherum. So oder so: Das Bild, was wir von uns haben, ist nicht immer genau das, was andere wahrnehmen. Selbstbild und Fremdbild sind oft zwei Paar Schuhe. Wir haben alle blinde Flecken bezüglich unserer Wirkung und malen uns manchmal auch Wunschbilder. Wenn jedoch etwas an deinem Auftritt in Vorträgen und Videos oder deinem ganzen Marketing nicht zusammenpasst, dann merken das Menschen. …und werden wahrscheinlich nicht deine Kundinnen, weil sie kein gutes Gefühl haben.

Wieso du dein Selbstbild und Fremdbild checken solltest, damit du stark auftrittst und glaubwürdig wirkst, erfährst du jetzt.

 

Selbstbild - Fremdbild: Wie wirke ich eigentlich?

 

Selbstbild und Fremdbild: Wie wirke ich eigentlich? … und wie kann ich beide für einen souveränen Auftritt nutzen?

 

Woher haben wir dieses Selbstbild eigentlich?

Psychologen bezeichnen die Vorstellung, die jemand von sich hat als Selbstbild. In jedem von uns schlummert so ein Bild. Bei manchen ist es konkret und bunt – manche haben nur eine vage Vorstellung. Es sagt uns, wie wir uns und die Welt sehen. Und wie wir sind und sich andere uns gegenüber verhalten (werden).

Unser Selbstbild haben wir durch unsere Erfahrungen gemalt – positive wie negative. Doch, Achtung! Hier liegt eine Fehlerquelle. Feedback bekommen und sehen wir ja eher, wenn etwas danebengegangen ist. Lob gibt es nun mal seltener.

Viele neigen dann dazu, sich eher kleiner zu machen. Im Zentrum ihres Selbstbildes stehen ihre Schwächen.

Schade, denn gerade die Eigenschaften, die wir bei uns selbst skeptisch betrachten, sind oft auch die, wofür uns andere schätzen und bewundern.

 

 

Wunschbild: Manchmal wären wir einfach gerne ein Superstar

Viele streben nach einem positiven Selbstbild. Und das ist auch gut so. Sich wie ein Superstar zu fühlen, ist okay. Es lässt dich mutig sein. Es lässt dich über dich hinauswachsen. Und in vielen Fällen bringt es dich auch deinen Zielen näher.

Fake it till you make it. Ich bin ein Fan davon, an manchen Tagen die rosa Brille rauszuholen und sich wie der geilste Typ auf diesem Planeten zu fühlen. An manchen Tagen heißt es aber auch, dass du den Boden und die Realität nicht aus den Augen verlierst.

Falls du gar nicht mehr aus dem Schweben kommst, hast du hoffentlich ehrliche Freunde, die dich zurückholen. Menschen, die dir spiegeln, wie du wirkst und was sie über dich denken. Sonst sehe ich dich wahrscheinlich in einer der vielen Castingshows, wo du zusammen mit anderen Kandidaten ein lächerliches Bild gibst. Auch wenn Dieter Bohlen nicht für wertschätzende Rückmeldungen bekannt ist, spätestens dann wirst du mit dem Fremdbild konfrontiert. Das kann hart sein.

 

 

Dein Fremdbild: Wie die anderen dich sehen

Wer selbstständig ist, muss sich, seine Angebote und Leistungen viel und öffentlich zeigen. Alles, was du sagst und tust – dein ganzes Auftreten – wird auf die eine oder andere Weise von anderen beurteilt oder interpretiert. Du malst also auch ein Bild von dir in die Köpfe der Menschen. Dein Fremdbild ist die Summe aller Bewertungen, Wahrnehmungen und Gefühle, die andere von dir als Mensch und Selbstständige haben. Es entscheidet, wie andere mit dir umgehen und welche Erwartungen sie an dich und deine Dienstleistungen stellen.

Auch deren Wahrnehmungen sind dabei automatisch mit deren Erfahrungen verbunden. Häufig projizieren andere etwas in dich hinein – etwas, was sie selbst gerne hätten oder blöd finden. Eine einzelne Meinung über dich und deine Wirkung kann also nicht akkurat sein, denn jeder sieht die Welt – und dich – auch nur mit seiner eigenen Brille. Das Bild, was andere von dir wahrnehmen, ist also alles andere als objektiv.

Doch wie oft geben wir der Meinung eines Einzelnen extrem großes Gewicht, statt noch andere Feedbacks zu hören? Dazu später noch etwas mehr aus meinem Leben.

 

 

Wie du dein Selbstbild realistisch malst

…und warum du im blinden Bereich eine Brille brauchst.

Um ein realistisches Selbstbild zu malen, empfehle ich dir zuerst eine Bestandsaufnahme deines Selbstbildes:

  • Wie siehst du dich (als Mensch, als Unternehmer oder Unternehmerin)?
  • Welche Eigenschaften zeichnen dich aus?
  • Was ist das Besondere an der Arbeit mit dir oder wo steckt das in deinen Produkten?
  • Wie wirkst du auf andere? Welche Rückmeldungen bekommst du?
  • Wo siehst du deine Herausforderungen (je nach Kontext)?

Bitte sei ehrlich mit dir. Sei schonungslos! Finde die Antworten ohne die rosa Brille – aber auch ohne die Düstere.

Außerdem empfehle ich dir (besser: musst du), dir Feedback zu holen. Feedback, Feedback, Feedback … Viel Feedback. Lade vertraute Menschen, Kooperationspartner und auch deine Kundinnen zu offenen Worten ein. Das ist nicht leicht – und manchmal auch schmerzhaft.

 

Verabrede dich direkt mit Bianca Grünert

 

 

Wie du dir Feedback holst, um das Bild von dir zu erkennen

Bitte andere, dir zu ganz konkreten Situationen und Kontexten Rückmeldung zu deinem Auftreten und deiner Wirkung zu geben.

Hier 2 Anregungen:

  • Frage nach Eigenschaften, die anderen einfallen, wenn sie an dich denken. Mach z. B. eine Umfrage in einer WhatsApp-Gruppe, als Online-Tool oder per E-Mail.
  • Beauftrage Menschen dir Rückmeldung zu deinem Auftreten, z. B. in deinen Social-Media-Kanälen, einem Video oder einer Präsentation zu geben. Gib hier gerne auch konkret vor, wozu du dir Feedback wünschst, damit du auch brauchbare Aussagen bekommst (z. B. Bildgestaltung bei Posts, Auftreten im Video bezüglich Stimme, Glaubwürdigkeit deiner Argumentation, …)

Manche wundern sich vielleicht erst, doch ist es so, dass wir nach Feedback lechzen. Vielleicht wirst du sogar darum gebeten, dies andersherum auch zu geben.

 

 

Die Qualität des Fremdbildes bestimmt dein Selbstbild

Da dein Selbstbild viel von der Qualität des Feedbacks abhängt, solltest du genau filtern. Lege nicht jede Meinung auf die Goldwaage oder hänge sie ganz groß auf.

 

Bei einer Rede habe ich einmal von Menschen, die ich wirklich sehr schätze und deren Feedback mir sehr viel wert ist, viele Rückmeldungen bekommen. Und einige haben mich zuerst verwirrt. Ich war in deren Augen nicht lustig genug und meine Story hatte kein gutes Ende. Ich habe auch körpersprachlich nicht gut performt. Ich wirkte wohl bedrückt. Puh, das saß und hat mich lange beschäftigt. Doch mit etwas Abstand habe ich das gut gemeinte Feedback in die Tonne geworfen.

All das, was ich hätte machen sollen, wollte ich gar nicht. Ich wollte eine berührende Geschichte erzählen – mal keinen Spaß machen. Das Feedback war das Bild, was andere gerne von mir gesehen hätten. Es war jedoch meine stille und nachdenkliche Seite, die ich genauso zum Ausdruck bringen wollte. Deswegen habe ich das Feedback genau gefiltert und dann teilweise beiseitegelegt. 

 

Ich möchte dir damit Mut machen und zeigen, dass nicht jedes Feedback für dich passend ist. Schau genau hin.

 

 

Was bringen dir jetzt diese Erkenntnisse?

Selbstbild und Fremdbild könnten manchmal sehr unterschiedliche Schuhe sein – Pumps und Turnschuhe. Und die Rückmeldungen sind so gar nicht das, was wir uns erhoffen. Ja, Feedback tut manchmal weh. Aber es hilft. Es hilft dir, zu reflektieren. Dich näher mit deinem Selbstbild auseinanderzusetzen und eventuell etwas gerade zu ruckeln.

Letztlich macht es deine ganze Außenkommunikation für dein Business klarer, echter und damit vertrauensvoller und glaubwürdiger. Wenn Selbst und Fremdbild eng aneinander liegen, verkauft es sich leichter und besser.

Gerade das Feedback, mit dem du nicht rechnest, bringt dich so viel weiter – weiter zu deinem realistischen Selbstbild und einem starken Auftreten. Heiße also erst mal jede Form von Rückmeldung willkommen.

Dann schau es dir an. Was kannst du daraus für dich, dein Business und deine Außenkommunikation ziehen? Was kannst du tun, damit andere das in dir sehen, was du beabsichtigst oder dich so sehen, wie du wirken willst? Was kannst du noch lernen?

Oder auch: Wo bist du voll auf dem Irrweg? Wo hast du Pumps an – wirkst aber wie mit Turnschuhen?

 

Oft beobachte ich auch, dass die Auseinandersetzung mit dem Fremdbild einen Energieschub auslöst. Menschen sind besonders nach „nicht so tollem“ Feedback motivierter, engagierter und leistungsfähiger.

 

In meinem Fall dachte ich darüber nach, dass mir das „Nachdenkliche“ vielleicht gar nicht so steht – nicht auf der Bühne. Ein Turnschuh eben. Mir half das Feedback deswegen eher strategisch. In dieser Situation wäre ein fröhliches Thema besser gewesen. Vielleicht … Spannend fand ich es allemal.

 

 

Es lohnt sich, dich zu beleuchten!

Mithilfe von Selbstbild und Fremdbild wirst du dir deiner selbst bewusst(er). Und dazu gehören zwei Paar Schuhe.

Wenn du dich selbst reflektierst, dein Selbstbild auffrischst und die gewonnenen Erfahrungen anschließend noch mit den Blickwinkeln anderer zusammenbringst, wirst du persönlich wachsen. Wer persönlich wächst, zeigt das unweigerlich auch nach außen.

Ein realistisches Selbstbild ist ein ganz wichtiger Schritt auf dem Weg zu einem starken Auftreten, das du als Selbstständiger und Selbstständige unbedingt brauchst, damit die glaubwürdig, überzeugend und vertrauenswürdig wahrgenommen wirst.

 

Viel Spaß beim Entdecken deiner Bilder!

Melde dich, wenn du Feedback zu deiner Außenkommunikation und Tipps willst.

Bianca

 

 

Bild: depositphotos

 

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