Sicher kennst du das: Du hast einen tollen Vortrag gehalten und dann kommt die Q&A. Und du musst Antworten liefern, die Hand und Fuß haben, aber auch überzeugen. Oder du bist bei einem Netzwerktreffen. Und Zack … jemand bittet dich, ein paar Worte zu deinem Thema zu sagen. So Situationen gibt es oft. Das klingt dann nach einer Stegreifrede!

Schon bei dem Gedanken daran bekommen die meisten Schnappatmung. Aus dem Stegreif mal ein paar Worte aus der Hüfte zu schütteln stresst. Doch, keine Panik! Sicher ist eine Stegreifrede nicht jedermanns Sache, doch auch kein Hexenwerk, weil du jetzt ein ganz praktische und einfache Tipps dazu bekommst.

Stegreifrede halten

 

Eine gute Stegreifrede ist kein Hexenwerk!

 

Einfach anfangen. Denken. Reden.

Bevor du redest, nimm dir eine kleine Pause und sammle dich. Was fällt dir spontan zum Thema ein? Ich meine wirklich spontan. Was assoziierst du? Oder welche Fragen und Bilder gehen vor deinem inneren Auge auf? Was du für dein Thema wichtig findest, fällt dir ein. Vertraue darauf. Vertraue vor allem deinen ersten Impulsen.

Und bevor du sprichst, fasse diesen einen Gedanken. Deinen Kerngedanken. Den einen Satz, der auf jeden Fall hängen bleiben soll.

Beim Sprechen kommen uns die Gedanken irgendwie automatisch. / Heinrich von Kleist

Starte immer mit einem kurzen Einleitungssatz – eine kleine Vorschau auf das was kommt.

Ein kleiner Tipp: Wiederhole mit deinen Worten, die Frage oder das Thema über das du redest. So hast du schon die ersten Worte hinter dir. Du kannst auch deine Rede-Struktur laut denken.

 

 

Rede-Strukturen für Stegreifreden

Nun sind wir nicht alle die geborenen Plaudertaschen. Bevor deine Stegreifrede zum Gelaber verkommt, bekommst du hier ganz einfache Rede-Muster, die du fast immer einsetzen kannst.

 

Chronologisch

Mit dem chronologischen Muster berichtest du über den zeitlichen Ablauf eines Themas. Es eignet sich gut für Projekte oder spontane Reden bei Betriebsfeiern.

  • Vergangenheit: Was war (früher)?
  • Gegenwart: Wie ist es jetzt?
  • Zukunft: Was wird sein? Was kommt (auf uns zu)?

Ich habe noch einen Zusatztipp zur chronologischen Rede für dich:

Spicke sie mit kleinen Geschichten zur Entwicklung (deines Projektes) und erzähle von den Beteiligten, den sogenannten Helden. Oder auch: Wer sind die Gegenspieler? Was sagen andere dazu? Welche Stolpersteine gab es?

 

Aua und Pflaster

Nachteile und Vorteile (oder Pro und Contra) gibt es häufig bei Sachthemen. Stelle beides möglichst gleichrangig gegenüber. Beginne mit einer kurzen Erläuterung, was es ist und ziehe am Ende eine Schlussfolgerung gespickt mit deiner Empfehlung.

  • Was ist das?
  • Was sind die Vorteile?
  • Was sind die Nachteile?
  • Resümee: Was lernen wir daraus? Was ist zu tun?

 

Fragen

Sprich Fragen, die vor deinem inneren Auge aufgehen, laut aus. Wenn du in Dialogform (vielleicht mit unterschiedlichen Stimmen) redest, kann deine Rede sogar richtig lebendig werden.

  • Was?
  • Wer?
  • Wann?
  • Wo?
  • Wie?
  • Warum?

 

Problem – Ursache – Lösung

Beschreibe das Problem, warum es da ist und zeige verschiedene Lösungen. Zwei oder drei Argumente und ein Appell am Ende machen deinen Vortrag schon rund.

 

 

Das Beste kommt zum Schluss

Lass deine Rede auf keinen Fall aus plätschern mit „Ja, das war’s“. Du hast dich jetzt ein paar Minuten gequält und solltest das bis zum Finale durchhalten. Wiederhole deine wichtigsten Argumente, posaune einen Appell (CTA) heraus und/oder gib einen Ausblick. Schildere deine Vision. Stelle Fragen zurück. Wie siehst du das?

 

Suchst du richtigen Worte für deine (Webseiten)Texte, deine Vorträge … dein ganzes (Selbst)Marketing? Melde dich!

 

 

Körpersprache … mit der du auch ein wenig Gelaber kaschieren kannst

Lächeln, Blickkontakt und eine offene Körperhaltung sind das A und O. Auch wenn es dir schwerfällt, lächle deine Zuhörerinnen an. Die sind meistens nett und lächeln zurück, denn sie wollen nicht in deiner Haut stecken. Auch wenn deine Rede nicht der Knaller wird, so hast du mit deiner Körpersprache trotzdem deine Zuhörer für dich gewonnen.

Such dir Menschen, zu denen du direkten Blickkontakt aufbaust. Gerade bei einer Stegreifrede fällt das oft schwer und wir starren beim Überlegen zur Decke. Das macht dich weniger sympathisch. Einfacher wird das, wenn du dein Publikum mit einbeziehst. Stelle Ja-Nein-Fragen und lass dir Handzeichen geben. Offline darfst du auch gern langsam auf und abgehen. So schaffst du zusätzlich Aufmerksamkeit und läufst dir gleichzeitig deinen Stress raus.

Und übrigens: Pausen sind wirkungsvoll. Mache sie. Niemand hetzt dich durch noch nicht zu Ende gedachte Sätze. Was kannst du bei einer Stegreifrede mehr gebrauchen als kleine (Denk)Pausen?

 

 

Stegreifrede oder aus dem Stegreif – Was heißt das überhaupt?

Als die Menschen noch auf Pferden unterwegs waren, mussten Boten oft eilige Nachrichten überbringen. Stegreif ist die alte Bezeichnung für Steigbügel, den man zum Besteigen eines Pferdes benötigt. Um sich Gehör zu verschaffen, richteten sich die Boten nur kurz im Steigbügel (Stegreif) auf und sprachen direkt vom Pferd aus. Wenn du also etwas aus dem Stegreif tust, muss du dafür noch nicht einmal „vom Pferd steigen“. Oder anders gesagt: Geschieht etwas aus dem Stegreif, dann ist damit eine unvorbereitete und sofortige Handlung gemeint. Die jetzt auch nicht sooo perfekt sein muss.

 

 

Jetzt: Üben!

Suche dir einen Begriff oder ein Thema (ein Möbelstück, ein Buch, ein politisches Thema, ein Essen, eine Automarke…). Anfangen. Sofort. Sprich mindestens eine Minute laut – so als ob du Publikum hast.

Probiere die verschiedenen Rede-Strukturen aus – mit unterschiedlichen Begriffen oder Themen.

Deine Rede braucht nur 1 Minute lang zu sein.

Lass den Spaß dabei nicht zu kurz kommen. Es müssen keine wissenschaftlichen Abhandlungen werden. Reden. Reden. Reden. Das ist die einzige Kunst.

 

 

Viel Spaß, beim „aus dem Stegreif“ reden

Bianca

 

 

Bild: depositphotos.com

 

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