Wie viel Text soll nur auf einer Präsentationsfolie stehen? Die Frage müsste eigentlich heißen: Wie wenig Text darf da nur drauf sein?

Vielleicht erinnerst du dich auch an (Online) Vorträge mit PowerPoint, bei denen die Folien nur so überquollen – vor Text. Und die Referenten waren so nett und haben sie auch noch vorgelesen. Statt in einem Vortrag saßt du in einer betreuten Lesegruppe. Oh! Du warst die Rednerin? Mhmmm. Passiert vielen.

PowerPoint ist ja auch echt verlockend. Laptop auf und … Text rein. Böse Falle. Aber wenn auf deinen Folien schon alles draufsteht, brauchst du sie eigentlich nicht mehr zu präsentieren. Schick eine Mail. Das spart Zeit, Geld und macht aus deinem Publikum keine betreute Lesegruppe. Und du mutierst nicht zum Vorleser.

Scherz beiseite. Jetzt erfährst du, wie du das mit dem Text auf einer Präsentationsfolie machen kannst, damit danach alle zufrieden sind.

 

Wie viel Text auf Präsentationsfolie

 

Volle Präsentationsfolien? Dein Publikum mutiert zu einer betreuten Lesegruppe!

 

Die armen Zugetexteten

Wechseln wir zu Beginn direkt mal die Perspektive. Ich erinnere mich noch an einen „Workshop“ bei dem alles – wirklich alles! – auf den Präsentationsfolien stand. Da war ich sauer. Zum Glück waren es zwei Referenten, so dass die Vorleserei nicht ganz sooo langweilig war. Es gab keinen Blickkontakt, denn die Augen der Referentinnen hingen an deren eigenen Folien. Die PowerPoint war ihr Teleprompter.

Da hätte es gereicht, wenn man mir die PowerPoint geschickt hätte. Lesen kann ich nämlich wirklich allein. Wahrscheinlich hätte ich dann auch die sooo kleine Schrift (weil zu viel Text für 16:9) besser lesen können.

Zudem stimmte das Timing des Vorgelesenen nicht. Manchmal war es zu langsam, manchmal zu schnell für meinen Lesefluss. Ich habe es mit „nur Zuhören“ probiert. Ging auch nicht, denn es war so monoton und langweilte mich noch mehr. Nachdem kurz vor der Mittagspause gesagt wurde, dass man die Folien per Mail bekommt, bin ich gegangen. Da war ich schon fix und fertig. So einen ganzen Tag … Das wäre ich auch noch richtig sauer geworden. Gelesen hatte ich das Ganze dann selbst – in nur zwei Stunden.

Ich könnte dir noch andere solche Erlebnisse erzählen.

Für dein Publikum ist viel Text – oder der Ganze – absolut nichts. Liest du ihn auch noch vor … Mal ehrlich schick das per E-Mail und spare dir und Anderen Zeit!

Wenn du neben „viel Text auf Folie“ auch noch sprichst – vielleicht hast du Ergänzendes – überforderst du dein Publikum. Dein Publikum kann dir entweder nur zuhören oder nur lesen. Beides zusammen passt nicht. Gehirn Overload. Du müsstest dann immer eine Pause lassen, damit alle lesen können, um dir dann oder davor zuzuhören. Mal ehrlich, das ist doch Käse!

Allein aus Zuhörerperspektive beantwortet sich die Frage nach dem „wie viel Text“ schon: Wenig!

 

 

Wozu gibt es denn diese Präsentationsfolien?

Hier kommen wir zum Kern der Sache mit dem „Text auf Folien“. Deine PowerPoint (oder eine andere Präsentationssoftware) ist nur eine Unterstützung für deine (Online) Präsentation. Du bist und machst den Vortrag. Das, was da an die Wand geworfen wird, soll deine Worte nur visuell unterstützen.

Und das ist das nächste Schlüsselwort: visuell – nicht Buchstabenreich!

 

 

Was ist ZU VIEL Text auf einer Präsentationsfolie?

Zu viel Text ist auf deiner Slide, wenn darauf alles steht, was du eigentlich sagen würdest und wenn die Folien deswegen selbsterklärend ist. Textwüste.

 

STARK mit WORTEN Tipps & News by Bianca

 

 

Wie viel Text gehört denn nun auf eine PowerPoint-Folie?

PowerPoint-Präsentationen sind ein Ein-Blick-Medium. Dein Publikum sollte auf den ersten Blick erfassen können, was dort drauf ist. Spätestens nach 3 Sekunden sollten alle alles registriert haben. Keine Textwüste.

Stell dir vor, du fährst über die Autobahn und willst nach Köln. Am Kreuz Leverkusen willst du auf einen Blick erkennen, wo es nach Köln geht. Bei einer (Online) Präsentationsfolie ist das so ähnlich. Anschauen und wissen, wo es lang geht.

 

 

Oh, wohin jetzt mit dem ganzen Text?

Löschen!

Meinetwegen kannst du anfangen und dir die ganzen Folien zu texten. Das ist wahrscheinlich ein gutes Handout. Oder du druckst dir die Folien aus und klebst sie auf Moderationskarten. So kannst du während deiner Präsentation immer mal darauf schauen. Zeige sie bloß nicht so via Beamer oder „Bildschirm teilen“. Lösche!

Überlege dir, was von diesem ganzen Text jetzt das Wichtigste ist. Was sind die Schlagworte oder Schlüsselwörter? Vielleicht ist es auch ein ganzer einzelner Satz.

Der Rest … Löschen!

Übrigens brauchst du dann auch keine Bullet Points mehr (Wer hat die überflüssigen Dinger eigentlich erfunden?)

 

 

Nur nackter Text ist auch blöd!

Hübsche deine Präsentationsfolien gern noch mit einem guten (!) Bild auf. Oder nutze verschiedene Schriftarten oder Farben noch für Hervorhebungen.

Deiner Kreativität sind da nur wenig Grenzen gesetzt.

 

 

Jetzt noch ’ne gute Show auf dem Präsentierteller

Was beim (Online) Präsentieren zählt, bist DU! Ja, DU – nicht deine Präsentationsfolie. Du willst dich hinter deiner PowerPoint lieber verstecken? Das zählt nicht! Zeig dich. Menschen kaufen von Menschen. Präsentationsfolien sind echt schlechte Verkäufer.

 

 

Vielleicht hast du deine Folien buchstäblich im Kopf schon reduziert. Wenn du nur eine Sache aus diesen Zeilen mitnimmst, dann diese: PowerPoint ist nur dein visuelles Hilfsmittel. Deine Folien unterstützen nur das, was du sagst. Mit knappen Informationen. Mit wenig Text. Die PowerPoint ist nicht die (Online) Präsentation.

Gute Idee? Super!

Auf klare und starke PowerPoint-Folien ohne Textwüsten, aber mit deiner vollen Präsenz beim Reden.

Bianca

 

Bild: myself aus canva

 

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