Fragst du dich auch manchmal, wie du das, was du bei deinen Vorträgen loswerden willst, am besten rüberbringst? Und zwar so, dass du möglichst viele damit erreichst? Eine Struktur macht schon mal Sinn. Das liebt dein Publikum. Die wollen aber auch Antworten auf ihre Fragen im Kopf: Warum brauche ich das? Was passiert da? Wie geht das? Oder wozu ist das noch gut?

Mithilfe von 4-MAT gibst du deinen Zuhörern genau die passenden Antworten und hast eine Schablone für alle möglichen (Online) Präsentationen – strukturiert, packend und klar.

Warum es sich lohnt das 4-MAT-Modell in deinen Vorträgen, Webinaren oder Kundenpräsentationen zu nutzen und was das für ein Format ist, erfährst du gleich genau. Du bekommst Tipps, wie du deine Präsentation nach dieser Struktur aufbaust und so alle mit deinen Inhalten packst.

 

4-MAT für deine (Online) Präsentation

 

4-MAT

Eine klare Struktur für (Online) Präsentationen mit Format

 

Kinder stellen Fragen. Viele Fragen – in der Regel W-Fragen. Wer? Wie? Was? Warum? usw. Und Erwachsene machen das auch. Sie halten meistens den Mund, aber werden ihre Fragen nicht beantwortet … „Der Vortrag war nix“, heißt es dann. Ja, die Neugier ist auch in uns großen Kindern. Was ist noch mal dieses 4-MAT?

Das 4-MAT-Modell geht auf Bernice McCarthy (Pädagogin und Autorin) zurück und ist eine richtig gute Hilfe für Vorträge oder Webinare (und übrigens auch Texte). Es baut auf die Lernstile nach David Kolb (amerikanischer Bildungstheoretiker) auf. Demnach gibt es vier Muster, anhand derer Kinder (und auch wir Erwachsene) lernen. Da gibt die Warum-, die Wie-, die Was- und die Wozu-Kinder. Die einen wollen eher wissen, warum sie das lernen sollen und andere interessiert eher, wozu das sonst noch zu gebrauchen ist.

Und da wir wohl nie aus den Kinderschuhen entschlüpfen, stellen wir uns als Erwachsene auch genau diese Fragen. Nur eben nicht laut. Trotzdem sind wir Warum-, Wie-, Was- oder Wozu-Erwachsene. Typen eben, die eher das eine und weniger das andere interessiert.

Jetzt weißt du sicher nicht, welche dieser vier Typen dir bei deiner (Online) Präsentation zuhören …

 

 

Mach alle Vier-Frager glücklich! Nur in der richtigen Reihenfolge!

  1. Der Warum-Typ ist der ungeduldigste. Die Antwort auf das Warum (er oder sie dir zuhören soll) kommt zuerst.
  2. Nicht ganz so ungeduldig ist der Was-Mensch. Um was es genau – wirklich genau – geht, ist für diesen interessant und kommt direkt nach dem Warum. Und das wird da schon praktisch.
  3. Noch praktischer wird es für Typ Nr. 3 – den Wie-Typ. Wie geht das?
  4. …und während du das genau erklärst, fragt sich der 4. – der Wozu-Auch-Typ: Wozu kann ich das noch gebrauchen? Oder: Was wäre, wenn wir das umsetzen?

 

 

Wer sind diese 4-MAT-Typen eigentlich genau?

Jetzt schauen wir mal in die Psyche der fragenden Typen, die sich allesamt auch in deiner Zielgruppe finden …

Was bewegt sie? Warum ist genau dieser Punkt für sie so wichtig? Was brauchen sie von uns? …und wie viele gibt es denn davon?

Vielleicht erkennst du dich sogar wieder.

 

 

Der WARUM-Typ

Diesen Typ gibt es am häufigsten (35 Prozent). Der Warum-Mensch will direkt wissen, warum das, was du an Informationen in deiner Präsentation für ihn hast, relevant oder interessant sein soll. Ohne eine Antwort auf das Warum wird er schnell abschalten oder dich mit Zwischenfragen nerven (Der meint das übrigens nicht böse. Es interessiert ihn nur sehr.). Darum solltest du das Darum – den (emotionalen) Nutzen und Mehrwert – direkt am Anfang deiner Präsentation (sogar im Einstieg schon triggernd) erklären, um diesen Typen zu motivieren.

Konkret will der Warum-Typ wissen: Warum ist das Thema gerade für mich relevant? Warum sollte ich mich damit beschäftigen oder sogar was verändern?

Adressiere deshalb deine Inhalte an die Wünsche und Bedürfnisse des Warum-Typs. Zeige die Brisanz des Themas oder stelle einen (emotionalen) Bezug zu seinem Problem her. Arbeite konkret die Benefits heraus und stelle das bereits am Anfang dar.

Nach deinen ersten Sätzen sollte der Warum-Mensch eine Antwort auf seine brennendste Frage haben: Was nützt mir das? (nicht nur rational betrachtet!)

 

 

Der WAS-Typ

Dieser Mensch möchte die Sache genau erklärt bekommen. Das ist der Faktenmensch, der kein Geschwurbel mag. Er empfängt ZDF (Zahlen, Daten und Fakten). Auf diesem Kanal lässt er sich motivieren, dir sein Ohr zu schenken. Gut 20 Prozent Was-Menschen laufen durch diese Welt.

Der Was-Typ will genau wissen, um welche Fakten es geht und welche Zahlen, Daten vorliegen.

Deswegen sollten Zahlen, Daten und Fakten deine Argumente und Aussagen untermauern. Wie viel Follower bringt das, wie viel Zeit brauche man oder welche Tools benutzt werden. Definiere außerdem eindeutig Begriffe und gib ihm Modelle, Theorien oder Studien an die Hand.

Die konkrete Antwort auf „Was lerne ich?“ macht Was-Menschen glücklich und motiviert.

 

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Der WIE-Typ

Weitere 20 Prozent wollen wissen, wie das geht. Es kribbelt immer in den Wie-Typ-Händen und Theorie ist eher untergeordnet. Machen ist an der Tagesordnung. Die Wie-Typen sind die Praktiker. In meinen Workshops sind das die Menschen, die eine Übung nach der anderen machen wollen.

Der Wie-Typ will genau wissen, wie etwas funktioniert oder sogar etwas ausprobieren.

Und nur, wenn du alles ganz praxisnah oder dein Vorgehen schrittweise erläuterst, lässt er sich begeistern und motivieren.

Wenn der Wie-Typ nach deinem Vortrag weiß, wie etwas funktioniert oder was genau Schritt für Schritt zu tun ist, dann hast du alles richtig gemacht.

 

 

Der WOZU-AUCH-Typ (Oder WAS-WÄRE-WENN)

Ein Viertel deiner Zuhörer sind Wozu-auch-Typen. Es interessiert sie brennend, welche Konsequenzen sich aus der Umsetzung oder Nicht-Umsetzung von etwas ergeben. Oder welche Zukunftsszenarien sich sonst so ausmalen lassen. Der Wozu-Mensch möchte etwas über den langfristigen (emotionalen) Gewinn erfahren, anwenden und verstehen.

Konkret heißt das: Was würde das für sie auch bedeuten? Welche Risiken vermeiden sie? Welche Chancen ergeben sich?

Mit „Am Ende wisst ihr genau, wie ihr in Zukunft … und außerdem ist das auch richtig hilfreich für …“ oder so ähnlich kannst du den Wozu-Typen motivieren. Gib diesen Menschen einen Ausblick auf die (zusätzliche) Veränderungen, auf Risiken und Chancen. Zeig, wozu dein Thema oder dein Produkt auch noch relevant sein könnte, also welches Problem sich außerdem löst (auch wenn dein Publikum vielleicht dieses Problem noch gar nicht auf dem Schirm hat).

Für Prognosen aller Art ist dieser Mensch auch dankbar. Hier kannst du auch emotional etwas weiter ausholen und beschreiben, wie er sich fühlen wird (besser natürlich oder erleichtert).

Der Wozu-Typ ist motiviert, wenn er erfährt, was das zukünftig für ihn beruflich und / oder privat bedeutet.

 

 

Der 4-MAT Spickzettel

4-MAT Spickzettel

 

 

Schublade auf! Schublade zu!

O. K. okay, das ist ziemliches Schubladendenken mit den Typen. Die Reinform gibt es wahrscheinlich nicht. …und ein Was-Mensch ist nicht gleich ein Was-Mensch.

Doch alle könnten in deinem Publikum sein … und vielleicht sogar bald deine Kunden!

 

 

Warum? Wie? Was? Wozu? Das 4-MAT-Modell jetzt ganz praktisch

Mit dem 4-MAT Modell hast du einen guten Plan für deine nächste Kundenpräsentation, dein Webinar oder (Online) Vortrag mit der du alle im Publikum erreichst. Du beantwortest Schritt für Schritt deren Fragen im Kopf, hältst sie so bei der Stange und bist überzeugender. (Natürlich gibt es aus rhetorischer Sicht noch viele weitere Modelle!)

Die 4-MAT-Struktur ist kein Hokuspokus, sondern wird seit vielen Jahren nicht nur beim Präsentieren von Vielen angewendet.

Damit du alle Typen bei deiner Präsentationsvorbereitung im Blick hast, arbeite die brennenden Fragen der Typen wie oben beschrieben Schritt für Schritt ab.

Die Antworten eignen sich in der Kurz-Fassung für den Anfang deines Vortrages oder auch mit längeren Ausführungen für den Hauptteil.

…und wie gesagt: Nicht nur fürs Präsentieren taugt die 4-MAT-Struktur – auch für deine Texte (wie dieser Abschnitt hier).

Probiere sie aus und du merkst, wie du gut auf den Punkt kommst, klar kommunizierst und immer den Faden in der Hand behältst. Deine Zuhörer (oder deine Leserinnen) werden begeistert sein.

 

 

Auf gute und strukturierte Vorträge mit 4-MAT!

Schreibe mir gern deine Erfahrungen mit diesem Format, der Struktur … oder wie ich sie auch gerne nenne: Starke-Worte-Baupläne.

Bianca

 

 

Bild ganz oben: depositphotos.com

 

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