Menschen verstecken sich gern hinter ihrem Fachwissen. Doch nur Zahlen und Fakten überzeugen nicht. Damit allein werden deine Projekte nicht bejubelt. Pathos und Ethos brauchst du neben Logos als Redner und Rednerin eben auch. Ethos, Pathos, Logos – die 3 Säulen der klassischen Rhetorik nach Aristoteles sind heute immer noch bedeutend.

Was das genau sich dahinter verbirgt und wieso gute Redner Ethos, Pathos, Logos nutzen, erfährst du jetzt. Außerdem bekommst du Tipps, wie du die 3 Säulen in deine Vorträge, Präsentationen und auch Texte bringst und so überzeugender bist.

 

Ethos. Pathos. Logos. Gute Redner*innen überzeugen mit den 3 Säulen der klassischen Rhetorik

 

Ethos. Pathos. Logos.

 

…von den 3 Säulen der klassischen Rhetorik

Jetzt wird es mal so richtig schulisch. Ethos, Pathos, Logos klingt nach Philosophie, Geschichte, irgendwie lateinisch. Ok wir gehen ein paar Jahre in unserer Entwicklung zurück und treffen im alten Griechenland auf Aristoteles. Aristoteles ist ein griechischer Philosoph und Fan von Sachargumenten. Logik, Logik, Logik… Und das wirkt. Rationales überzeugt Andere. Aristoteles erkannte aber auch, dass nur Logos nicht ausreicht, um zu überzeugen. Ein Redner muss auch glaubwürdig und charakterfest erscheinen. Ethos haben. Und der 3. Überzeugungsbooster, wenn es nach der klassischen Rhetorik geht, sind… Emotionen, Gefühle und Beziehungen. Pathos.

Kann eine Rednerin die 3 Säulen während ihrer Präsentation zeigen, dann gewinnt sie Überzeugungskraft. Ich empfehle jedem Redner, seinen Vortrag oder Präsentation auf diese 3 Punkte hin zu untersuchen. …und an der einen oder anderen Stelle noch ein bisschen zu schrauben – am Ethos, Pathos und Logos.

Schauen wir mal genauer auf die drei Säulen und wie du sie für dich nutzen kannst.

 

 

Ethos – Das WER und WIE du bist.

Für die alten Griechen ist Ethos der Charakter eines Menschen. Es ist die Art und Weise, wie eine Rednerin ihre Argumente präsentiert. Neben dem WIE ist Ethos ist auch das WER du bist. Bist du schlau und moralisch integer? In erster Linie musst du das Vertrauen deines Publikums oder deiner Leserinnen gewinnen. Vertrauen, in der Verpackung von Ethos, ist eine tragende Säule, um Andere zu überzeugen.

Ethos zeigst du…

  • Erwähne deine fachliche Expertise (Bsp. In den 8 Jahren meiner Selbstständigkeit…).
  • Achte auf Kongruenz.
  • Habe einen Standpunkt und eine klare Botschaft.
  • Finde ehrliche und/ oder persönliche Worte.
  • Sei in der Auswahl deiner Quellen gewissenhaft.
  • Lass Andere für dich sprechen (Referenzen).
  • Und… Interessiere dich intensiv für die Welt deines Publikums. Zeige ihnen, dass du dich in ihre Probleme hineinversetzen kannst. Ehrlich.

Finde für deine Vorträge oder Texte passende Worte und Sätze, mit denen du Kompetenz und Integrität „lieferst“. Besonders am Anfang einer Präsentation „prüft“ dich dein Publikum auf genau diese rhetorische Säule. WIE und WER du bist, kannst du deinem Publikum sogar direkt am Anfang, mit einer guten Einleitung präsentieren.

 

 

Pathos – Bewegende Momente.

Früher galten Sachargumente am überzeugendsten. Entscheidungen sind rational. Heute weiß man, das ist falsch. Es sind Emotionen. Es sind sprachliche Bilder und Stories. Es sind Drama, Schmerz und Happy End. Das beeindruckt uns nachhaltig und steuert unsere Entscheidungen. Das, an was wir uns im Nachhinein erinnern, ist immer mit Gefühlen verknüpft. Was uns überzeugt, macht uns Gänsehaut und berührt uns – positiv wie negativ. Pathos richtig eingesetzt, bewegt die Menschen zum Denken und Handeln.

Pathos zeigst du…

  • Wie wäre es, wenn du beim nächsten Mal eine Geschichte einbaust und die Macht des Storytellings nutzt?
  • Auch mit professionellen Bildern und einer passenden Bildsprache erzeugst du Emotionen.
  • Deine PowerPoint-Folien sollten einfach „was fürs Auge“ sein.
  • Interagiere mit deinem Publikum.
  • Nutze Metaphern.
  • Verwende Adjektive und Verben.
  • Hab eine (emotionale) Botschaft.
  • …und wie wäre es mit einer persönlichen Erfahrung oder Begegnung in deinem Vortrag? Glaub mir: Kurz und spannend erzählt… das mögen Menschen.

Um Pathos zu erzeugen, hast du diese und noch mehr Möglichkeiten. Wenn sich dein Publikum persönlich mitgenommen und angesprochen fühlt, dann hast du alles richtig gemacht. Wenn du Andere emotional erreichst, gewinnst du automatisch an Überzeugungskraft.

 

 

Logos – Fakten mit Fachlichkeit.

Logos war Aristoteles liebstes Ding. Zahlen, Daten, Fakten rational verpackt in Argumenten. Sie sind wichtig. Jedoch nicht am Wichtigsten, sondern nur eine der drei Säulen. Allein mit einer besonders ausgeklügelten, logischen Argumentation und anschließender Beweisführung wird man nicht überzeugender. Wie viel Logos deine Rede oder dein Text nun braucht, hängt auch vom Fach und Thema ab. Das akademische Umfeld schreit förmlich nach mehr Rationalem. Bei Reden, die motivieren sollen, braucht es davon weniger. Eins ist sicher: Ganz ohne Logos geht es aber auch nicht, sonst verlierst du beim Präsentieren Vertrauen und Glaubwürdigkeit (Ethos).

Logos zeigst du…

  • Deine Präsentation oder dein Text muss eine erkennbare Struktur haben.
  • Du bist nachvollziehbar und logisch.
  • Behaupte nicht nur, sondern liefere Beweise für deine Aussagen.
  • Da Zahlen und Daten nicht für sich sprechen, zeige sie nicht nur auf der PowerPoint-Folie, sondern erläutere diese.
  • Lass Autoritäten sprechen.
  • Beziehe Statistiken mit ein.
  • Nimm mögliche Einwände in deine Argumentation auf.
  • Sei sachlich und „nüchtern“ informativ.
  • Recherchiere in richtigen Quellen.

Logos kannst und solltest du in Verpackung deiner fachlichen Expertise mit Argumenten, Beweisen und Appellen rauskehren. Sachlichen Typen fällt das von Natur aus leicht. Die haben dann am Pathos mehr zu knabbern. So oder so… auf Logos, die 3. Säule der klassischen Rhetorik nach Aristoteles, kannst du auch setzen, um überzeugender aufzutreten.

 

 

Ethos. Pathos. Logos. – Als gute*r Redner*in brauchst du sie Alle.

Wie bei Vielem kommt es auch auf die Mischung an. Die einen Reden müssen emotional zünden, dann macht weniger Logos mehr. Für andere Texte oder anderes Publikum ist wiederum Zahlenmaterial gefragt. Vielleicht kennen dich die Menschen schon, denn dein Ethos eilt dir voraus. Dann muss das nicht die tragende Säule sein. Je nach Kontext brauchst du mal mehr, mal weniger von einem – aber immer alle: Ethos, Pathos, Logos.

Menschen lassen sich durch gute und richtige Argumente überzeugen. Um Emotionen auszulösen, verknüpfe deine Argumentation mit Bildern, Geschichten oder Metaphern. Sprich dazu in der Sprache deines Publikums – mit deinem Publikum (und nicht zu oder vor ihnen). Zeige dich nahbar und sei fachlich fit.

Und jetzt noch eine gute Nachricht: Das ist bei allen Themen so. Das ist bei großen Vorträgen oder kurzen Postings so. Das ist in der realen und in der virtuellen Welt so. Gute Redner sind mit Ethos, Pathos, Logos überzeugender.

Und du? Überprüfe jede Rede oder jeden Text: Habe ich Ethos, Pathos, Logos „drin“?

Nicht umsonst haben sich die 3 Säulen der klassischen Rhetorik Ethos, Pathos, Logos über Jahrhunderte bewährt und sind auch in der modernen Rhetorik wichtige Punkte für gelungene Reden.

 

Auf Ethos Pathos Logos !

Bianca

 

 

Argumentieren wie ein Profi: schlüssig - sachlich - starkWie du deine Argumente gut aufbaust und so Kritikern und Einwänden von Anfang an den Wind aus den Segeln nimmst und überzeugend bist, lernst du in diesem Rhetorik – Hack. Denn… Argumentation ist Technik und dafür bekommst du „Baupläne“, die deine Argumentationsketten stark, schlüssig und verständlich machen.

 

 

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Bianca Grünert

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