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Vorrangig geht es beim Reden ja darum, mit Worten etwas zu bewirken. Unsere Präsentationen sind dann erfolgreich, wenn unsere beabsichtigte Reaktion auch eintritt. Auf jeden Fall wollen wir Missverständnisse vermeiden. Doch unsere Worte kommen nicht immer genauso an, wie wir uns das wünschen. Das liegt einerseits an uns als Redner oder Rednerin. Andererseits gehören auch immer zwei dazu: die Zuhörer und Zuhörerinnen. Was die aus deinen Worten interpretieren kannst du nicht beeinflussen. Du kannst jedoch dafür sorgen, dass deine Worte wenig Interpretationsspielraum zulassen und Missverständnisse erst gar nicht aufkommen. Wenn du EKSAKT kommunizierst, kannst du Missverständnisse vermeiden. Wie das geht und warum sich hier kein Rechtschreibfehler eingeschlichen hat, erfährst du in diesem Artikel.

 

Wie du beim Reden und Präsentieren Missverständnisse vermeiden kannst

 

Wie du beim Reden Missverständnisse vermeiden kannst

 

Zuerst: Wie Missverständnisse entstehen und warum mindestens Zwei dazu gehören

Unsere Worte kommen leider nicht immer genauso an, wie wir uns das vorstellen. Menschen verstehen unsere Worte häufig nicht richtig. Missverständnisse pflastern unseren Weg. Dabei gibt es viele Kommunikationsmodelle, die uns erklären, wie Kommunikation funktioniert und wie wir Missverständnisse vermeiden können. Aus meiner Erfahrung erklären uns diese Kommunikationsmodelle zwar sehr gut, was da schief gelaufen ist, doch im Eifer des Gefechts können wir sie nicht anwenden.

„Ich habe doch ganz klar gesagt, wie das ablaufen soll. Warum verstehen die Kolleginnen, Mitarbeiter, Chefinnen… das nicht. Die hören mir einfach nicht richtig zu.“ … So etwas ähnliches höre ich häufig von meinen Kunden und Kundinnen.

Und hier sind wir bei dem, was Kommunikation so spannend. Es gehören nämlich immer mindestens Zwei (und bei Präsentationen sogar Viele) dazu: Der, der etwas sagt und erreichen will; und diejenige, die darauf reagieren soll. Als Redner schicken wir sekündlich Informationen an unsere Empfängerinnen. Und die sollen dann so reagieren, wie wir das beabsichtigen. Das kann ja gar nicht 100% perfekt funktionieren. Kommunikation ist nämlich viel komplexer, als es auf den ersten Blick erscheint.

Da nutzen wir manchmal eine andere Stimmlage und schon ist die Botschaft bei Manchen eine Andere. Dann wollen wir eigentlich eine Diskussion anregen und Einige interpretieren das als Appell. Dann wollen wir alles genau erklären und andere sagen, wir sollen mal auf den Punkt kommen … usw. …

 

 

Können wir also überhaupt zu 100 Prozent Missverständnisse vermeiden?

Nein. Leider nicht zu 100 Prozent. Kommunikativ haben wir da einfach ein schweres Los.

Stopp! Jetzt nicht die Flinte ins Korn werfen. Wir können natürlich als Rednerin dafür sorgen, dass unsere Zuhörer uns besser verstehen; dass wir von vorn herein Missverständnisse vermeiden (nicht zu 100 Prozent).

Drehen wir das Ganze aber erstmal um. Missverständnisse in der Kommunikation entstehen auf unterschiedliche Arten. Hier mal einige aufgezählt…

  • die Körpersprache passt nicht zum Gesagten
  • unsere Worte sind zu kompliziert und Andere verstehen sie nicht
  • wir kommen vom Hölzchen aufs Stöckchen, doch nicht auf den Punkt
  • in unserer Stimmmelodie schwingt ein Subtext mit
  • wir nutzen schwammige Worte, wie eigentlich, man oder zeitnah

… auch hier fällt die sicher noch Weiteres ein.

 

 

EKSAKT macht’s besser (und das ist kein Rechtschreibfehler)

Drehen wir das Ganze wieder zurück. Wenn wir darauf achten, genau diese Fallen von Missverständnissen zu vermeiden, dann erhöht sich die Chance, dass Andere uns besser verstehen und das was wir sagen auch so ankommt, wie wir es meinen.

Um Missverständnisse zu vermeiden, habe ich nicht das 1001 Kommunikationsmodell entwickelt, sondern EIN Wort: EKSAKT.

Wenn du EKSAKT kommunizierst, bist du präziser und klarer. Andere haben weniger Interpretationsspielraum. Die Chancen, dass wir uns besser verstehen, steigen.

Was heißt EKSAKT überhaupt? …und ist das nicht ein Rechtschreibfehler?

Zuerst zum Rechtschreibfehler: EKSAKT ist dänisch und heißt „genau“.

Und EKSAKT (genau) kommunizieren bedeutet:

E wie Einfach

K wie Kurz

S wie Strukturiert

A wie Allumfassend

K wie Konkret

T wie Treffend

 

 

Weniger Missverständnisse aka EKSAKT heißt im Detail…

Einfach

Achte auf die sprachliche Einfachheit deiner Erklärungen, Informationen und Inhalte. Verstehen die Menschen, zu denen du sprichst deine Worte? Kompetent erscheint übrigens nicht Einer oder Eine, der oder die besonders viele Fachbegriffe benutzt, sondern die Menschen, die diese verständlich „übersetzen“ können.

 

Kurz

Laber nicht um den heißen Brei herum. Komm zum Punkt und dann mach einen Punkt. Weitschweifige Infos beinhalten viele Fallen von Missverständnissen. Halte dich deswegen so kurz wie möglich und so lang wie nur nötig in deinen Ausführungen.

 

Strukturiert

Sei nachvollziehbar und klar. Habe einen „roten Faden” in deinen Argumentationen und komm nicht vom Hölzchen aufs Stöckchen.

 

Allumfassend (da ist mir irgendwie nichts Schlaueres mit A eingefallen)

Du hast einen Körper, der vieles tun kann. Beim Reden kann dich dein Körper unterstützen. Wir sprechen nämlich auch Körpersprache. Deine Gestik kann eindringliche Worte unterstreichen. Deine Mimik kann lächeln und so etwas humorvoll Gemeintes auch zeigen. Deine Stimme kann leise werden, wenn du emotionaler erscheinen willst. Beim Präsentieren stehen uns meistens verschiedene Mittel zur Verfügung. Also komm hinter dem Rednerpult vor und nutze die Bühne oder das Flipchart.

Nutze die Dimensionen wie Körper, Raum, Stimme, Technik oder auch mal die Stille durch gezielte Pausen, um klarer zu wirken und das zu unterstreichen, was du ausdrücken willst.

 

Konkret

Mach schwammige Wort klar bzw. lass sie einfach weg. Wenn du zeitnah etwas haben willst, dann definiere ob das für dich morgen um 9 Uhr oder nächste Woche Montag ist. Nenne Ross und Reiter, wenn du mal wieder diesen MAN benutzen willst. Sage oder frage wer macht was, mit wem, bis wann und wie bekommst du die Infos dann zurück. Das waren jetzt ganz schön viele Appelle (auch ohne Ausrufezeichen) – sorry, aber das regt mich immer am meisten auf und deswegen gibt’s hier noch ein Video dazu.

Wer ist eigentlich dieser MAN?

Dieses Video ansehen auf YouTube.

 

Treffend

Bei allen Informationen, bei allem Gerede und in allen Präsentationen ist das Wichtigste nicht DU, sondern die Adressaten deiner Botschaft. Was interessiert dein Gegenüber? Welche Infos brauchen sie (überhaupt)? Rede nur über Relevantes. Das hilft dir übrigens, dich kurz zu fassen.

 

 

Wie du das jetzt umsetzen kannst

Du kannst Missverständnisse vermeiden bzw. reduzieren, indem du EKSAKT kommunizierst. Wenn du schon einen Buchstaben aus diesem Wort beachtest, steigen die Chancen besser verstanden zu werden. Umso mehr, umso besser. Das ist jedoch oft nicht so einfach – ich weiß.

Doch wie wäre es, wenn du deine nächsten Mails mal dem EKSAKT Check unterwirfst, sie ggf. korrigierst und evtl. Ross und Reiter benennst, damit du alles pünktlich und vollständig zurückbekommst und sie dann erst versendest? Wie wäre es, wenn du bei der Vorbereitung deiner nächsten Präsentation oder Rede, deine Inhalte vorher auf mögliche Missverständnisse checkst und du doch nochmal tiefer in die Publikumsanalyse gehst, um relevanter, konkreter und strukturierte zu präsentieren? Wie wäre es, wenn du beim nächsten aufkommenden Missverständnis im Meeting, das Ganze einfach nochmal ganz gelassen von vorne startest, damit Andere dich endlich (besser) verstehen?

 

 

Dabei viel Spaß, Verständnis und vor allem weniger Missverständnisse!

Bianca

 

 

Photo by Depositphotos Inc.

 

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Bianca Grünert

Hallo, ich bin Bianca Grünert und ich mache Menschen fürs Präsentieren 4.0 und die Momente auf dem Präsentierteller oder vor der Kamera fit, damit sie sicher und überzeugend auftreten. Außerdem rede ich selbst gern ...auf Veranstaltungen und Festen.
Bianca Grünert