Worte sind mehr als nur aneinander gereihte Buchstaben. Worte können uns begeistern, uns Hoffnung machen oder Vertrauen auslösen. Worte können jedoch auch lähmen, traurig oder missmutig machen. Die Kraft der Worte löst Bilder, Gefühle und Handlungen aus: schwächende oder stärkende. Worte wirken. Und wir wirken mit unseren Worten. Wieso wir (manchmal) unsere Worte bewusster wählen sollten…

 

Warum du dir die Kraft der Worte bewusst machen solltest

 

Wieso du dir die Kraft der Worte bewusst machen solltest

 

Wenn Worte fallen…

Worte purzeln manchmal so aus heraus. Wir können sie dann nicht mehr zurück nehmen. Andere treffen sie vielleicht tief ins Mark. Im Eifer des Gefechts passiert das schon mal. Eine Entschuldigung tut dann übrigens schon gut. Manchmal hauen wir auch ein paar Klopper raus und Menschen lachen einfach so über unsere Worte. Das ist dann natürlich cool. Auch wenn du dich wunderst und vielleicht auf der Leitung stehst… lach einfach mit.

Nicht jedes unserer Worte können wir kontrollieren und bewusst wählen. Wir sind ja schließlich keine Sprachcomputer.

Es gibt jedoch Situationen, in denen wir uns vorher sehr gut überlegen können, welche Worte wir wählen und wie wir die Kraft der Worte nutzen wollen. Bei Texten zum Beispiel; in Videos oder Vorträgen (die wir natürlich vorher vorbereiten). Schon eine Überschrift oder ein Titel kann in die eine oder andere Richtung wirken. Schon eine Botschaft kann so oder so wirken. Wirkung passiert durch unsere Worte.

Besonders in der Kommunikation nach draußen und wenn wir mit Kunden sprechen, sollten wir unsere Worte bewusst wählen und die Kraft der Worte nutzen. Da können wir nochmal hingucken und lesen. …und meistens selber spüren.

 

 

Stress oder Gelassenheit?

Vor einigen Jahren hieß einer meiner Workshops „Stress lass nach“. Ich schlucke gerade wieder. Nicht weil der Workshop gelaufen war. NICHT. Allein das Wort „Stress“ macht mir schon Stress. Ich hätte mich auch nicht angemeldet, obwohl ich die Tipps selbst gut gebrauchen konnte. Doch ein ganzes Wochenende über Stress reden. NÖ. Das macht schlechte Laune.

Im nächsten Semester habe ich den Titel umformuliert. Bei „Gelassen ins Glück“ war die Bude direkt voll. „Gelassen“ und dann auch noch „Glück“… 2 Worte, die sicher bei vielen mit positiven Assoziationen verknüpft waren bzw. sind.

 

 

Worte würzen und schärfen

Worte können Texten oder Gesagtem auch Schärfe verleihen. Das kannst du auch bewusst nutzen. Einer meiner Blogartikel heißt: Warum du unbedingt gut präsentieren musst. Ich weiß, dass wir nichts müssen. Ich weiß auch, dass „müssen“ Druck macht. Diesen Druck wollte ich bewusst aufbauen, denn Präsentationen sollen nun mal gelingen und erfolgreich sein. Punkt. Mit „müssen“ wollte ich Aufmerksamkeit für etwas Wichtiges schaffen. In diesem Fall für viel rausgeschmissenes Geld und schlechte Gefühle.

Ich wollte an diesen Artikel auch erst ein „musst“ statt „solltest“ hängen. Hier habe ich mich dagegen entschieden, weil ich dich „nur“ für deine Worte sensibilisieren möchte. Ich möchte, dass du über deine Sprache nachdenkst. „Müssen“ brauchst du das natürlich nicht. Bei langweiligen Vorträgen, in denen ich auch nicht erkennen, was sie mir bringen, weil sie schlecht vorbereitet sind… Hier musste der (mein) Schmerz rein.

 

 

Worthygiene tut gut – auch dir

Was unsere Worte genau bei Anderen auslösen, das können wir nicht vorhersehen. Doch schon ein bisschen Worthygiene und ein sensiblerer Umgang mit Sprache tut uns allen gut. Ich muss mir jetzt sehr einen eindrücklichen Appell an Politiker oder Menschen in der Öffentlichkeit verkneifen (Die lesen das hier wahrscheinlich nicht). Worte schaffen Bedeutung – im Positiven und auch Negativen.

Worthygiene tut jedoch nicht nur uns als Gesellschaft gut, sondern auch dir. Worte beeinflussen auch dein Gehirn. Wenn du mit dir selbst sprichst, werden bei jedem Wort in deinem Gehirn automatisch bestimmte Emotionen, Gerüche, Geräusche und vieles mehr aktiviert. Die können positiv und stärkend sein, aber auch zittern verursachen. Es macht einen Unterschied, ob du zu dir sagst: ‚Du blöde Kuh‘. Oder: ‚Liebelein‘. Nur du wählst deine Worte, also wähle stärkende Worte – eine positive und bejahende Sprache. Die ‚blöde‘ und die ‚Kuh‘ sind eher nicht so welche. Deswegen und mindestens… Wenn du mit dir selbst sprichst, dann achte auf deine Worte. Immer! Nur starke Worte geben dir auch innere Stärke!

Anderen übrigens auch.

 

 

Worten bewusst Kraft und Bedeutung geben

Jetzt sollten wir nicht bei jedem Wort zweifeln. Was Andere daraus machen, kannst du nicht beeinflussen. Da lebt jeder in seiner Welt. Worte wirken. Mal so, mal so. Wichtiger ist, dass wir reden und schreiben; dass das, was uns bewegt raus kommt. Wir treffen dann eben nicht immer (gleich) ins Schwarze.

Wenn du jedoch merkst, dass deine Worte z.B. auf deiner Homepage oder in deinen Workshopbeschreibungen nicht zünden, dann schau sie dir nochmal an. Schau von oben drauf. Hole dir Feedback. Mit kleinen Änderungen kannst du deinen Worten meistens viel mehr Kraft und Bedeutung geben.

…und wenn das nicht geht, dann formuliere neu. Du wirst sehen, das ist oft einfacher.

Achte auch darauf, welche Worte deine Kundinnen mögen. Welche Worte sind für deine Kunden bedeutend? Mal ist es vielleicht „erfolgreich“, als „einfach“, Andere springen auf „Gelassenheit“ an oder auf „müssen“. Nimm nicht nur deine Worte, sondern auch deine Kunden und Kundinnen unter die Lupe.

 

Auf das deine Worte Kraft haben und Bedeutung bekommen

Bianca

 

 

PS:

Übrigens macht es bei mir einen Unterschied, ob jemand sagt: „Ich bin Zahnarzt.“ Oder: „Ich sorge dafür, dass du morgen noch ein zauberhaftes Lächeln hast.“ (Und dabei mag ich meinen Zahnarzt.)

 

 

 

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