Der Blickkontakt ist eines der wirksamsten nonverbalen Signale. Wir können mit unseren Augen das aussprechen, was wir nicht sagen wollen oder können. Fakt ist auch, dass der Blickkontakt darüber entscheidet, ob dich dein Publikum oder die Menschen, die sich z.B. ein Video von dir ansehen, sympathisch finden – oder auch nicht. Im Gespräch mit einer Interessentin kann dein Blickkontakt darüber entscheiden, ob es deine neue Kundin wird – oder auch nicht.

Kontakt, Wirkung oder Interesse… Dein Blick sagt mehr als tausend Worte – nicht nur in der Liebe, sondern auch im Business. Doch was genau und wie kannst du ihn gezielt zur Kundengewinnung einsetzen? Das schauen wir uns jetzt zusammen an.

 

Halte Blickkontakt …denn ein Blick sagt mehr als tausend Worte!

 

Halte Blickkontakt …denn ein Blick sagt mehr als tausend Worte

 

Blickkontakt: Der Kontakt-Anbahnungs-Knopf

Schenke wir jemanden einen Blick, dann gehen wir in Kontakt. Ohne Worte. Blickkontakt schafft Kontakt – die Basis für den Aufbau einer Beziehung.

Bist du schon mal durch die Fußgängerzone gelaufen und hast das Blickverhalten der Menschen beobachtet? Ein spannendes Experiment. Sicher fallen dir diejenigen eher ins Auge, die deinen Blick erwidern – die dich auch anschauen. Menschen, die keinen Blickkontakt suchen, fallen uns häufig gar nicht erst auf. Wir nehmen sie nicht wahr. Übrigens: Nicht nur in der Fußgängerzone, auch im Office oder einer Videokonferenz. (Ja auch digital, doch dazu später mehr)

In dem Moment, in dem wir eine andere Person anschauen, schenken wir dieser Person Aufmerksamkeit. Und sobald unser Blick ein anderes Augenpaar trifft, treten wir in eine Beziehung – wir kommunizieren auch ohne Worte miteinander.

 

 

Freund oder Feind? Sympathisch oder blöd?

Sind wir einander freundlich gesonnen, ist unser Blick eher offen und zugewandt. Die Augen strahlen. Die Mimik ist weich und entspannt. Ein längerer Blick signalisiert gewöhnlich Interesse und Aufmerksamkeit – für das Gegenüber. Das ist bei Verliebten so und sollte auch im Kontakt mit potenziellen Kunden so sein.

Wenn du einem Vortrag hältst, schenkst du deinem Publikum Aufmerksamkeit, indem du sie anschaust. Das wissen die echt zu schätzen. Ich höre oft, dass ein Vortrag oder Elevator Pitch schlechter bewertet wird, weil der Redner wenig bis kein Blickkontakt zum Publikum hatte (Jaja die eigenen PowerPoint-Folien sind auch sehr spannend. #ironieoff)

Ob Gespräch, Vortrag oder Video… Wie fühlst du dich (z.B. in der Rolle als potenzieller Kunde), wenn du dabei nicht oder wenig angeschaut wirst?

Sicher nur so lala (wenn dir etwas an dem Menschen liegt). Ob du ein Kunde wirst, lassen wir mal dahin gestellt. Das „Gesehen werden“ gehört zu den elementaren Grundbedürfnissen von uns. Sicher ist, egal wer deine Zielgruppe ist, sieh im Kundenkontakt dein Gegenüber an. So sammelst du nicht nur Sympathiepunkte, sondern auch Herzenspunkte.

Du willst Kontakt und auch ein Gespräch auf Augenhöhe? …dann halte so viel wie möglich Blickkontakt. Außerdem finden dich andere sympathischer, weil sie sich gesehen fühlen.

 

 

Bohrende böse Blicke

Ein starrer Blick kann feindselig wirken. Blicke, die regelrecht durchbohrend wirken, sind unangenehm und störend. Sie wirken wie eine Bedrohung und lassen ein ungutes Gefühl in uns aufsteigen.

 

 

Der standhaft-sympathische Blick

Oft werde ich gefragt, wohin man genau schauen soll, ohne gleich aufdringlich und durchbohrend zu wirken?

Scharf fixieren können wir etwa nur eine Fläche in der Größe eines Daumennagels; sprich: ein Auge beim Anderen.

Mein Tipp: Lass deinen Blick hin und wieder langsam von einem Auge zum anderen wandern. Dein Kopf sollte unbedingt gerade bleiben, während deine Augen ruhig und in zeitlichem Abstand schweifen.

So wirst du nicht starrend und bedrohend – nur standhaft.

 

 

Ein standhafter Blick spricht für Selbstvertrauen

„Wer zuerst wegsieht, verliert“. Sicher kennst du diesen Spruch. Willst du eine Aussage oder ein Argument durchsetzen, darfst du keinesfalls zuerst wegschauen. Halte den Blickkontakt länger, als du das üblicherweise tun würdest. Augen sagen hier mehr als Worte. Sie signalisieren, dass du ernst genommen werden willst und selbstsicher bist. Eine Wirkung, die du mit Worten gar nicht so ausdrücken kannst.

Einen standhaften Blick kannst du gut gebrauchen, wenn du bei einem potenziellen Auftraggeber dein Honorar durchsetzen willst oder in einem Kundengespräch oder Training deine Argumentation wirken lassen willst.

 

 

Blickmagnet – Wenn wir den Augen des Anderen folgen

Unser Blick hat auch eine magnetische Wirkung. Die Augen unseres Gegenübers folgen unserer eigenen Blickrichtung – automatisch, wie ein Magnet. Schaue z.B. mal die Lottozahlen im Fernsehen und beobachte, wohin du schaust, wenn die Zahlen präsentiert werden. Wohin blickt die Moderatorin in diesem Moment? Üblicherweise schaut die Moderatorin bei der Präsentation der Zahlen in Richtung der Zahlen, weg von der Kamera. Damit zieht sie deine Aufmerksamkeit auch auf die Zahlen. Bei der Wetterfee ist das ähnlich und du siehst genau, wo die nächsten Wolken hereinziehen.

Den Blickmagnet kannst du in deinen Präsentationen gezielt einsetzen, um die Aufmerksamkeit deines Publikums zu lenken, z.B. auf wichtige Statistiken, die du per Beamer zeigst.

 

 

Wie du deinem Publikum bei einem Vortrag Aufmerksamkeit schenkst

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Der Blick ins schwarze Loch aka Kamera

Jetzt kommunizieren wir nicht immer nur Face to Face und live miteinander. Vieles läuft digital. UND HIER ist es besonders wichtig gut im Blickkontakt zu sein, denn der Rest deines Körpers ist meistens nicht zu sehen. Im digitalen Raum sind wir meistens nur mit dem Oberkörper im Bilde. Das nonverbale ist reduziert.

…und das ist jetzt nicht immer leicht, denn das schwarze Loch ist nur ein schwarzes Loch. Vielen fehlt die Vorstellung, dass auf der anderen Seite des Bildschirms Menschen sitzen. Auch diese Menschen wollen jedoch gesehen werden.

Kleiner Praxistipp, der vielen meiner Kunden schon sehr geholfen hat: Klebe dir hinter das Kameraloch ein paar Menschen. Nimm dazu Fotos aus einer Zeitschrift, klebe die auf Pappe und befestige sie direkt hinter der Kamera. Das muss nicht ewig halten, denn schnell gewöhnst du dich daran, in dieses schwarze Loch zu sprechen.

Bei Videos ist das übrigens nicht anders als bei einer Webkonferenz. Kamera ist Kamera und auf der anderen Seite sitzen immer deine (potenziellen) Kunden.

 

 

Kamera auf Augenhöhe

Deine Kamera sollte auf Augenhöhe sein. Bei den meisten Laptops ist die Kamera tiefer positioniert, als deine Augen. Dann schaust du permanent nach unten. Kannst du dir vorstellen, wie das der anderen Seite des Bildschirmes wirkt? Genau – von ober herab. Nicht nett. Lege ganz pragmatisch ein Buch unter deinen Laptop und schon seit ihr auf Augenhöhe – du, die Kamera und die Menschen auf der anderen Seite des Bildschirmes. Das Gleiche gilt für Kameras. Positioniere sie am besten mithilfe eines Stativs auf Augenhöhe.

…und nur nicht zu hoch. Das ist Insta-Style und wirkt unterwürfig, wenn du immer (sehnsüchtig) nach oben schaust.

 

 

Schaffe Kontakt – mit Blickkontakt und deine Kunden fühlen sich gesehen. Blickkontakt und Augenhöhe sind der Startschuss in eine wunderbare Beziehung – nicht nur in der Liebe.

Bianca

 

Photo by Depositphotos Inc.

 

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